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GGL lässt weitere illegale Glücksspielseiten sperren
Seit Mai 2026 müssen Internetzugangsanbieter auf Anordnung der GGL den Zugriff auf Glücksspielseiten ohne deutsche Erlaubnis per DNS-Sperre unterbinden. Die Gesetzesänderung schließt eine Lücke, die das Bundesverwaltungsgericht 2025 offengelegt hatte: Bis dahin fehlte der Behörde die Befugnis gegenüber Access-Providern.
Von der Redaktion CasinohafenStand: 03.11.2026Geprüft: September 2026
Was sich seit Mai 2026 geändert hat
Seit Mai 2026 müssen Internetzugangsanbieter wie Telekom, Vodafone oder 1&1 auf Anordnung der GGL den Zugriff auf Glücksspielseiten ohne deutsche Erlaubnis per DNS-Sperre unterbinden. Ruft ein Nutzer eine gesperrte Domain auf, liefert der DNS-Server nicht mehr die echte IP-Adresse aus, sondern leitet auf eine Hinweisseite der GGL um.
Grundlage ist eine Gesetzesänderung, die eine Lücke schließt: Das Bundesverwaltungsgericht hatte 2025 entschieden, dass der GGL bis dahin die rechtliche Befugnis fehlte, Sperranordnungen gegenüber Access-Providern durchzusetzen – die Behörde konnte bis dahin nur gegen die Betreiber der illegalen Seiten selbst vorgehen.
Wer jetzt zur Umsetzung verpflichtet ist
Anders als zuvor richten sich Sperranordnungen nun nicht mehr nur an die Anbieter selbst, sondern auch an Access-Provider und an Domain-Registrare. Provider können sich nicht mehr auf technische Neutralität berufen, um eine Umsetzung zu verweigern, und müssen die von der GGL geführte, regelmäßig aktualisierte Sperrliste auf ihren DNS-Servern einpflegen.
Damit soll ein Muster durchbrochen werden, das Aufsichtsbehörden seit Jahren beschäftigt: Gesperrte Anbieter tauchten bislang häufig binnen Tagen unter neuer Domain wieder auf, während das Vorgehen gegen den eigentlichen Betreiber im Ausland oft ins Leere lief.
Wie groß das Problem laut GGL tatsächlich ist
Eine im März 2026 veröffentlichte GGL-Studie beziffert den Schwarzmarktanteil am deutschen Online-Glücksspiel auf 22,97 Prozent. Die geschätzten Bruttospielerträge nicht lizenzierter Anbieter lagen demnach 2024 bei rund 547 Millionen Euro – Geld, das ohne Einzahlungslimit, ohne OASIS-Anbindung und ohne Beitrag zur deutschen Glücksspielsteuer umgesetzt wurde.
Ob DNS-Sperren diesen Anteil spürbar senken, muss sich erst zeigen: Technisch versierte Nutzer können Sperren mit alternativen DNS-Servern oder VPN-Diensten umgehen. Die GGL setzt daher parallel auf Aufklärung und auf Zahlungsblockaden gegen die beteiligten Zahlungsdienstleister.
Was das für die Auswahl eines Anbieters bedeutet
Für Spieler ändert sich an der grundsätzlichen Empfehlung nichts: Erkennbar ist ein legaler Anbieter an der auf der Seite genannten GGL-Erlaubnisnummer und am verpflichtenden Pflichthinweis samt Verlinkung zu Hilfsangeboten wie der BIÖG-Hotline. Eine gesperrte Domain ist ein nachträgliches Warnsignal, kein Ersatz für die vorherige Prüfung.
Einordnung der Redaktion
DNS-Sperren treffen vor allem Gelegenheitsnutzer, die zufällig auf eine illegale Seite stoßen – wer gezielt sucht, findet weiterhin Wege daran vorbei; echten Schutz bietet nur ein Konto bei einem GGL-lizenzierten Anbieter.
Quellen
- NR-Kurier: <a href="https://www.nr-kurier.de/artikel/163449-neuer-gluecksspielstaatsvertrag-ab-2026--provider-muessen-illegale-gluecksspielseiten-blockieren">Neuer Glücksspielstaatsvertrag ab 2026: Provider müssen illegale Glücksspielseiten blockieren</a>